Abenteuer II
In der letzten Woche Zelten lernten wir über Herrschaft Gottes. Wir lernten u.a. auch über die Stiftshütte und die Bedeutung der verschiedenen Dinge, wie z.B. des Altars, des Tisches mit dem Brot etc.
Jesus hat das Gesetz und den alten Bund ja nicht abgeschafft sondern erfüllt. Doch trotzdem können einem die verschiedenen „Stationen“ der Stiftshütte mental helfen, um Jesus Herr in unserem Leben sein zu lassen.
Am Freitag durchgingen wir diese verschiedenen Stationen.
Wir traten mit Danksagung und Lobpreis vor Gott. Eine Aktion war, ein Sache aus dem Regenwald zu holen, die Eigenschaft Gottes symbolisch präsentierten, wie z.B. eine Blume für die Schönheit Gottes, Baumrinde für das neue Leben in Gott, ein Stein für Gott als Fels etc. Dafür gaben wir dann Gott Ehre.
Danach gaben wir das Heilsopfer. Letztendlich ist es das, was NICHT zwischen mir und Gott steht, aber Dinge, die mir wichtig sind, die ich Gott gerne geben möchte. Das kann aber auch bedeuten, dass es Dinge sind, bei denen ich Gott Herr sein lassen möchte, wie z.B. Familie, das Leben, Besitztümer, Freundschaften, unsere Talente etc.

Dann ging es zum Brand – oder Sündenopfer. Da ja Jesus für alle Schuld gestorben ist, müssen wir ja nun kein Tier mehr schlachten sondern einfach unsere Sünden vor ihm bekennen. Das, was uns in den Sinn kam, bekannten wir dort. Auch alle Dinge, die uns wichtiger als Gott geworden sind und die letztendlich unsere modernen Götzen geworden sind, wie z.B. Beziehungen, Besitztümer, Talente, Familie, Freundschaften.
Nun, da jeder nacheinander diese „Opfer“ brachte, dauerte das Ganze von 9h bis ca. 15h nachmittags, mit Mittagessen zwischendurch.
Wir hatten ein Kreuz gebaut aus zwei Stämmen und in den Boden gerammt, wo wir unsere Opfer (auf Blätter, Papier geschrieben und andere Symbole des Opfers) hinbrachten.
Schon als die letzten zum Kreuz gingen, hörten wir es in der Ferne donnern. Doch am Schluss, nachdem der letzte vorne war, standen wir um das Kreuz herum und warfen noch all die Dinge in die Runde, die wir vor lauter Aufregung vergessen hatten. Plötzlich fing es in Strömen an zu regnen. Einige rannten zu ihren Zelten, um zu sehen, ob sie sie geschlossen hatten. Viele liefen unter die Markise, unter der wir normalerweise die Vorlesungen hatten. Es war ein wirklicher Platzregen!
Nun, das Ganze verwunderte mich nicht so sehr. Die Woche „Herrschaft Gottes“, die b
ei Jüngerschaftsschulen immer während des Zeltens gehalten wird, beinhaltet meistens Regen oder Gewitter am Ende – oft nach Taufen. Sogar wenn gerade extreme Trockenheit herrscht, regnet es an dem letzten Tag meistens immer. Es ist, als wenn Gott die Opfer annimmt und das Land segnet. Doch diesmal war es wirklich anders.
Wir fanden das Ganze noch toll, als es plötzlich anfing zu stürmen. Und wenn ich sage „stürmen“, dann meine ich das auch. Riesige Bäume knickten um, Planen flog weg. In solch einem Moment möchte man sich nicht unbedingt in einem Wald befinden. Bäume knackten um uns ein und wir rannten in die Ferienhütte des Besitzers. Nun, die Hütte war nur eine einfach gebaute Hütte mit drei riesigen Bäumen drum herum. Sie hießen Witwenmacher und gemäß der Australier das nicht ohne Grund.
Nach kurzem Beratschlagen riefen


unsere Leiter uns zu, so schnell wie möglich zu einer naheliegenden Lichtung zu laufen. Zwischendurch mussten wir über umgestürzte Bäume springen und wir rannten, was das Zeug hielt.
Ich muss zugeben, dass ich in dem ganzen ziemlich ruhig gewesen bin. In der Hütte waren einige schon kurz vor einer Panikattacke und fingen fieberhaft an zu beten. Ich versuchte, einige um mich herum zu beru
higen und schlug ihnen vor, Anbetungslieder zu singen. Wir liefen in Richtung Lichtung – der einzige Weg dahin war durch eine Allee von Bäumen (sehr beruhigend) bis wir nicht mehr weiter konnten. Riesige Bäume versperrten uns den Weg. Doch so schnell der Sturm gekommen war, so schnell verging er auch wieder. Das Ganze hatte sicherlich nur 10 Minuten gedauert.
Als wir wiederkamen, besahen wir uns den Schaden. Keiner war verletzt. Ein Mädchen wurde zwar von einem heruntergekommenen Baum erwischt, aber nur von einem kleinen Ast. Ihr gin
g es gut. Nur ein Zelt wurde vollends zerstört, weil ein Baum hinaufgefallen war. Die anderen waren alle an ihrem Platz. Unser Klo (siehe links)wurde von einem Baum von seinem Platz gefegt. Teilweise lagen Baumstämme zwischen Zelten.
Und nun kommt das Tollste: Bäume waren umgeknickt, manche sogar entwurzelt (und nicht nur kleine), doch das selbstgeba
stelte Kreuz, das nur ein paar cm tief im Boden befestig war, stand mitsamt ALLEN symbolischen Opfern und den Symbolen von Gotten Eigenschaften. Ich rede hier von Blättern und Papier, das nicht weggeflogen war. Stöckern, Fotos etc.
Der Vorhang unter der Markise, die den inneren Raum der Stiftshütte darstellte, lag auf dem Boden, doch alles andere unter der Markise befand sich auf seinem Platz. Für alle, die es nicht wissen, dieser Vorhang zerriss bei Jesu Tod, um zu symbolisieren, dass er den Weg zu Gott frei gemacht hat, indem er unsere Sünde auf sich nahm.
Danach räumten wir erstmal auf, für alle Fälle, falls noch mal ein Sturm kommen sollte. So wurde die Alle freigesägt usw.
Danach ging es dann weiter.
Später, als wir die Taufen halten wollten, konnten wir leider nicht zum Fluss, der per Fußmarsch erreichbar gewesen wäre. Der Weg war durch die Bäume nicht passierbar. Wir mussten zu einem anderen Teil fahren und hatten unsere Taufen erst um 20h abends. Danach gab es das Abendmahl und um 21h waren wir letztendlich fertig.
Es war ein wirklich langer Tag aber wird uns für immer in Erinnerung bleiben. Jetzt kann ich verstehen, wie es sich angefühlt haben muss, als nach Jesus Kreuzigung die Erde bebte. Jeder einzelne von uns weiß, dass Gott an diesem Freitag seine Macht gezeigt hat. Doch viele haben auch gemerkt, dass Menschen zu Hause das Ganze nicht so ganz begreifen können bzw. nachvollziehen können. Ich weiß nicht, wie es mit euch aussieht, aber mich hat es berührt.
Überigens, der Besitzer, der uns noch am Vortag besucht hatte, hatte uns schönes, sonniges Wetter laut Wettervorhersage vorausgesagt. Jaja, wie schnell sich das ändern kann. J