Samstag, 14. Juli 2007

Wie geht es mir eigentlich?

Wie geht es mir eigentlich?

Viele Leute fragen mich, wie es mir momentan so geht nach dem Tod meiner Mutter. Nun, ich weiß auch nicht so recht, was ich darauf antworten soll. Manche Tage sind irgendwie einfach nur verplant und da hat man gar nicht richtig Zeit, darüber nachzudenken. Auf einmal kommen da natürlich noch andere Aufgaben im Haushalt auf einen zu, um die man sich vorher nicht kümmern musste. Das lenkt einen noch zusätzlich ab.Dann kommen noch meine Reisevorbereitungen hinzu und dann denke ich nur:"Oh nein, es gibt noch so viel zu tun und nur noch so wenig Zeit!"

Doch dann gibt es Momente und manchmal auch Tage, wo ich nur an meine Mutter denke und wie sehr ich sie vermisse. Dann vermisse ich Kleinigkeiten. Wenn ich etwas Essbares in der Hand halte und ich weiß, dass sie das noch gekauft hat, dann versetzt einem das einen Stich. Wenn ich Fotos von ihr sehe, die so typisch für sie sind oder die mich an eine bestimmte Zeit mit ihr erinnern, dann kriege ich das Heulen.

Es gibt Momente, wo ich echt Schiss habe, nach Australien zu gehen, denn da werde ich sie sicherlich nochmal auf ganz andere Weise vermissen. Ich habe sie in Australien immer vermisst. Wenn ich mich schon nicht in ihrem Arm ausheulen konnte, so konnte ich doch jedenfalls mit ihr telefonieren. Ich konnte einfach so sein wie ich bin: mit meinen guten und schlechten Seiten. Ich konnte sie fast jederzeit anrufen und sie rief zurück. Wenn ich was brauchte, war es innerhalb kürzester Zeit da. Brauchte ich Gebet, dann hat sie alle angerufen und zum Gebet aufgerufen - sogar bei den kleinsten Dingen. Und waren es banale Dinge, dann weiß ich, dass zumindest sie dafür gebetet hat. Und wir haben uns fast jeden Tag Emails geschrieben- über alltägliche praktische Dinge, was so in unserem Leben passiert ist aber auch über geistliche Dinge und unsere Gefühle und Gedanken.

Wenn ich so daran denke, dann kommen mir wieder die Tränen. Die kommen dann auf einmal so unerwartet. In einem Moment geht's einem gut und im nächsten nicht mehr. Ich weiß nicht so recht, ob ich das eher öfter machen sollte, sprich mich darauf konzentrieren. Oder ob Ablenken ok ist? Oder einfach ein richties Mittelmaß? Was ist das Richtige in der Trauerarbeit? Ja, ich weiß, ich muss mir wahrscheinlich nicht so ne Gedanken darüber machen...wird schon irgendwie richtig sein.

Doch ich habe immer noch im Hinterkopf, dass ich im September gehe, d.h. bis dahin will ich einigermaßen verarbeitet haben, dass Zuhause bedeutet, Mami ist nicht da. In Australien kommt nochmal ne ganz andere Art von Verlust und Trauer. Doch ich will nicht irgendwann -und sei es nur im Urlaub- nach Deutschland kommen und wieder in ein tiefes schwarzes Loch fallen, weil ich sie so sehr vermisse. Wenn mir also jemand sagt, dass der akute Trauerprozess schneller vorbei geht, wenn man möglichste häufig an die Person denkt, dann mache ich das lieber.

Mir ist schon klar, dass ich mein Leben lang trauern werde und dass es nie ganz vorbei sein wird, falls mich jetzt einer von euch aufklären will.Eigentlich will ich auch gar keine Kommentare zu diesem Text, zumindest nicht, wenn ihr meine Gedanken irgendwie beurteilen wollt. Sachen wie "du machst dir zu viele Gedanken!" etc. sind da einfach fehl am Platz. Seid einfach mal wie meine Mutter und nehmt es einfach so hin. Hört einfach zu und sagt, dass ihr versteht, was ich meine. Und wenn ihr es nicht versteht, dann...tja, dann sagt doch einfach gar nichts. Ich weiß ja schließlich nicht, wer das hier liest.

So, das ist eine lange Antwort darauf, wie es mir geht. Und wenn ihr immer noch nicht so recht wisst, wie es mir jetzt eigentlich geht...ich habe ja viel geschrieben aber nix gesagt ;-) Mir geht's meistens gut, gerade wenn ich ziemlich abgelenkt bin. Doch wenn ich anfange mich auf spezifische Dinge von Mami zu konzentrieren, dann wird's schwer. Manchmal, wenn ich morgens aufwache, dann vermisse ich sie schon sehr und könnte schon gleich Heulen. Und dann gibt's Morgende, wo ich nix fühle (außer vielleicht "oh nein, ist es schon wieder spät!" ;-)) Ich frage mich manchmal, wie es wohl wäre, wenn nicht für mich gebetet werden würde. Will ich mir lieber nicht ausmalen. Also danke für die Gebete!!! Ich glaube, ohne sie wäre es noch viel schwerer.

Nun ist es fast 4:00h und ich bin immer noch nicht im Bett. Oh man. Genug jetzt. Morgen muss ich noch einiges tun.
Posted by Picasa

Immer noch nicht fertig!

Ich hatte so sehr gehofft, diesen Sonntag den neuen Rundbrief präsentieren zu können -zumindest auf deutsch. Doch er ist immer noch nicht fertig. Dass Rundbriefe einem so viel Zeit kosten können!!! Gut, ich gebe zu, oft kommt man auch einfach an einem Punkt, an dem man einfach nicht mehr schreiben kann (wie gut, dass ich keine Diplomarbeit schreiben muss - das wäre ja katastrophal...an diesen Punkt alles Gute an diejenigen, die gerade dabei sind) und dann lässt man es für den Tag.
Und dann wäre da noch mein Perfektionismus. Der treibt mich noch mal in den Wahnsinn.
Und last but not least mache ich natürlich 1000 anderen Kram und habe am Schluss dann nicht mehr genug Zeit, um mich an den Brief zu setzen. Ja, ich bin auch ein Aufschieber. Unangenehme Dinge werden aufgeschoben. Nicht, dass der Rundbrief generell was Unangenehmes ist nur die Details werden mir manchmal zu viel.
Nun, morgen wird's dann wohl doch nix mit Kopieren wie erhofft, denn der ganze Morgen ist schon ziemlich verplant. Jetzt ist es 3 Uhr und wirklich Zeit für mich ins Bett zu gehen sonst kann man morgen gar nichts mehr mit mir anfangen.

Ich habe mich übrigens mal erkundigt bei Flügen. Der 8. September wäre ein mögliches Rückflugdatum. Mal sehen...Habe eine Woche Zeit, darüber nachzudenken. Doch leider, leider darf ich nur 20 kg bei Qantas mitnehmen.