Stell dir vor, du bist bereit, Gott einen Teil deiner Zeit zu geben und zu sagen: "Mach, was du willst!" Und da stehst du dann, er lässt sich das nicht zweimal sagen.
Doch plötzlich wird's unangenehm. Jetzt hast du die Wahl: Ihn weitermachen lassen, koopieren und gehorsam sein. Oder dich ablenken und nicht mehr richtig mitmachen. Zuhause geht das ja vielleicht für ne Weile, vielleicht auch für länger. Aber wenn du an einem Ort bist, wo das das Programm des Tages ist, wofür du auch noch bezahlt hast, dann stehst du ganz schön dumm da.
Ich habe von Leuten gehört, denen es zuviel wurde und die sind dann wieder gegangen. Es passiert nicht oft, aber es passiert.
Lasst mich ein Beispiel geben: Es gibt z.B. Dinge, die zum ersten Mal in deinem Leben wirklich angesprochen werden. Wie sieht es mit deinen Sünden im Leben aus, die du noch bereinigen musst? Manchmal gibt es Dinge, die wir getan haben, die auch andere Leute betraf. Es kann Jahre her sein, aber du erinnerst dich noch daran und die Wahrscheinlichkeit, dass sich die andere Person auch daran erinnern könnte, ist da. Aber selbst wenn nicht, weißt du es noch. Also Schluss mit nur um Vergebung bitten sondern Handeln. Briefe schreiben, um Vergebung bitten. Manches kann erst nach der Rückkehr nach Hause getan werden.
Dann gibt es Dinge, die man vergeben muss. Gott zeigt dir auf einmal Sachen, die du irgendwie hingenommen hast oder womit du vielleicht auch gekämpft hast. Doch jetzt ist die Herausforderung da, zu vergeben. Das heißt nicht, immer allen Menschen blindlings wieder zu vertrauen. Doch wenn man nicht vergibt, vergiftet man nur seine eigene Seele und das will Gott nicht. 70 x 7 Mal vergeben.
Desweiteren gibt es die Herausforderung, wo Gott wirklich im Leben steht. Als Nummer Eins oder doch eher Nr.3 oder 4? Bin ich bereit, ihm zu folgen -egal wohin? Ob es bedeutet, dass man seinen guten Ruf verliert? Dass es vielleicht bedeutet, nicht zu heiraten? Verfolgt zu werden? etc.
Das sind nur einige der Themen, die besprochen wurde. Es gab natürlich auch weniger persönliche wie "Induktives Bibellesen" aber meistens war jedes Thema herausfordernd.
Und schließlich kam der Einsatz. Da dachte man: Eigentlich wäre es ja egal, ob ich den Einsatz mache oder nicht. Viel mehr lernen werde ich nicht mehr. Falsch gedacht!
So oft vergisst man, dass unser Leben als Christ nicht dem Toten Meer ähnelt sondern eher einem Fluss. Denn wir sind ja gesegnet, um ein Segen zu sein, nicht um alles alleine zu konsumieren. Doch das Tolle ist, dass man daraufhin wieder gesegnet wird.
So viel hatte ich gelernt und nun hatte ich die Gelegenheit, all das weiterzugeben. Entweder weil ich es anwendete oder weil ich es lehrte. All das in dem wunderschönen, aufregenden "Land des Unerwarteten" : Papua Neuguinea! Predigen vor Massen, morgendliche Wäsche im Fluss, Essen von gerad geschlachteten Hühnern & Schweinen, Bekehrungen, eine ganze Kleinstadt wurde zur Mission mobilisiert.
Meine Jüngerschaftsschulzeit wäre nichts ohne den Einsatz gewesen!
Nun, ich wollte jetzt nicht irgendwie Werbung für ne Jüngerschaftsschule machen, doch trotzdem wollte ich euch einen Einblick gewähren. Falls jetzt jemand Interesse daran gefunden hat, kann er ja mal unter http://www.ywam.org/contents/get_tra_dts.htm nachsehen, ob er die Passende findet.
Übrigens, man kann trotzdem durch die ganze Jüngerschaftsschule gehen und nichts daraus gezogen haben. Letztendlich liegt es an einem selber und wieviel man bereit ist, Gott ran zu lassen. Und manche haben vielleicht nicht so viel zu verarbeiten wie ich es damals hatte. Und ehrlicherweise muss man auch zugeben, dass auch Jüngerschaftsschulen variieren. Mitarbeiter wechseln, Zentren sind unterschiedlich etc.
Im nachhinein liegt es natürlich auch an einem selbst, wieviel man noch anwendet, von dem, was man gelernt hat. Auch ich habe nach dieser Zeit natürlich auch mal nicht so gute Tage gehabt. Dieser Satz, der zum Kennsatz für die Jüngerschaftsschule wurde, war "Fürs Gewöhnliche ruiniert!" und er ist so wahr. Man weiß, es gibt mehr im Leben als Christ. Und man sehnt sich nach mehr. Man sehnt sich Gott nahe zu sein, aber man sehnt sich auch danach, ihn wirken zu sehen.
Und das beinhaltet auch Wunder. Dass Dinge passieren, die wir nicht erklären können sondern die einfach Gott bewerkstelligt haben muss. Natürlich könnten es Zufälle sein,doch wenn diese Zufälle am laufenden Band passieren, dann fängt man an, daran zu zweifeln.
Ich glaube, dass dies eigentlich zum normalen Leben eines jeden Christen gehören könnte (ich meine, ist Gott nun der gleiche Gott, wie er es zur Zeit der ersten Christen war oder nicht???) und doch sieht man es bei uns so
wenig davon.Doch wenn ich dann immer wieder von Einsätzen der Jüngerschaftsschulen bei uns im Zentrum höre und von Wundern berichtet wird (Menschen werden geheilt, alle Schüler können auf den Einsatz, obwohl noch einige Tage zuvor das Geld fehlte, Gespräche, die einfach Gott geführt waren etc., Bekehrungen etc.), dann bestätigt sich mein Gedanke: ES GIBT NOCH MEHR! Und ich bin gerade erst am Anfang dieser Entdeckungsreise! Ich bin nicht mehr zufrieden mit dem gegenwärtigen Stand der Dinge. Wieder habe ich Blut geleckt und will mehr...
