Donnerstag, 13. September 2007

Pläne sind dazu da, um geändert zu werden...

Reef to Outback ist der Ort der Veränderungen. Egal ob 5 Wochen oder 9 Monate - hier ändert sich schnell viel. Auch Pläne, die geschmiedet worden sind, werden oft doch noch kurzfristig geändert. Na ja, das ist wohl etwas, woran ich mich noch in meinem Missionarsleben gewöhnen muss. In Spanien war das ja auch schon andauernd, aber auch hier ändert sich kurzfristig vieles.

Worum handelt es sich diesmal? Die Jüngerschaftsschule wird zwar auf Einsatz nach Mt. Isa gehen, doch Youth Street wird diesmal noch nicht aufgebaut. Das liegt an verschiedenen Faktoren:

1. kommen leider doch keine Jugendlichen aus Mt. Isa zu 5 Day Escape, der Jugendfreizeit. Na ja, einer kommt, aber das ist natürlich nicht viel. Die Werbung ist dafür wohl ein wenig fehlgeschlagen. So kann man die Dynamik natürlich auch nicht nutzen, um Youth Street aufzubauen. Deswegen muss das alles ein wenig anders gemacht werden.

2. leitet Johannes den Einsatz nach Mt. Isa und er wird erstmal ein wenig von den Leitern beobachtet, ob das denn wirklich alles so funktioniert, wenn er in Mt Isa ein Team alleine leiten muss. Dann kann man ihn auch mit gutem Gewissen als Leiter nach Mt. Isa schicken.

3. soll ich mich erstmal wieder als Teil von Reef to Outback sehen und nicht sofort alleine raus, nach meiner langen Auszeit.

Nun, ein Teil des Einsatzes nach Mt. Isa mache ich wohl noch mit und den Rest der Zeit helfe ich hier weiterhin bei Youth Street. Dann soll es jetzt im Januar losgehen.

Letztendlich ist es wahrscheinlich auch egal, ob man jetzt im Oktober oder im Januar hinausgeht. Trotzdem muss man sich natürlich an die Änderungen gewöhnen. Als ich hier ankam, hatte ich nämlich überlegt, ob es sich überhaupt lohnen würde, die Kartons mit meinen Sachen, die hier gelagert wurden, ganz auszupacken. Das tut es jetzt wohl doch.

Wie es dann genau weitergeht, weiß ich auch noch nicht so genau. Ich werde euch weiterhin berichten.

Mittwoch, 12. September 2007

Ach ja...

So,Bruderherz, ich hoffe, du langweilst dich nicht auf deiner neuen Startseite.
Das Wetter hier ist natuerlich schoen - wie fast immer.Tagsueber in meinem neuen Zimmer schon ein wenig zu schoen. Hmmm....das hoert sich ein wenig komisch an.Seit wann kann man Wetter im Zimmer haben? Na ja, was ich eigentlich sagen wollte, ist: Sonne scheint und natuerlich genau ins Zimmer.Schon ein netter Start. Willkommenswetter. Koennte von mir aus so bleiben und nicht noch heisser werden. Denn schliesslich muss ich in diesem Zimmer meine Kartons auspacken, die fuer mich gelagert wurden. (Ja, Kartons einpacken und auspacken gehoert wohl zu meinem neuen Leben). Vermisse zwar leider schon einige Teile, aber andererseits kamen auch Sachen dazu, die mir garnicht gehoeren. Ja, hier ist es immer eine Ueberraschung, was einem letztendlich selbst gehoert. Sehr neutestamentlicher Lebensstil (Apostelgeschichte 2,42-47)! :-) Ein Herz gegen Materialismus!

Wieder da!

Tja, hier bin ich also wieder. Der Abschied war sehr schwer fuer mich,diesmal wieder zu gehen. Aber manchmal muss man gegen seine Gefuehle gehen. Denn nur weil etwas einfacher ist (wie z.B. zu Hause bleiben) macht es es nicht unbedingt richtig. Manchmalmuss man einfach eine Entscheidung treffen und auch durch die Zeiten gehen, die nicht so leicht sind. Mein Koffer sah es leider anders und entschied sich, in Deutschland zu bleiben. Zusammen mit 200 anderen Koffern. Rebellische Koffer,die zusammen in Frankfurt eine Party feierten. Unter all diesen Koffern wird jetzt der meine gesucht. In der Zwischenzeit darf ich 100 $ ausgeben auf Kosten von Qantas. Auch nicht schlecht. \

Ich lebe wieder in meinem alten Haus,allerdings in einemanderen Zimmer-ohne Klimaanlage. Doch da ich ja wohl nicht so lange hier bleiben werde,ist das nicht so schlimm. Momentan sind die Naechte naemlich noch recht kuehl. Gluecklicherweise.
Ausserdemteile ich mir dasZimmermit meiner besten Freundin; das macht das Eingewoehnen natuerlich leichter.
Heute hatten wir Lobpreiszeit. Habe ich wirklich vermisst. Ist schon was Besonderes hier. Und danach Mitarbeiter-Treffen.Wurde willkommen geheissen. Die meisten kenne ich noch.

Die erste Nacht war ok. Habe fast ganz durchgeschlafen, aber bekanntlicherweise sind die naechsten Naechte die kritischeren bezuegl. Jetlags.

Heute abend ist dann noch "Family Night", da essen wir vom Zentrum alle zusammen. Und danach geht's zu meinem alten Hauskreis; da kenne ich zwar nur noch die Leiter, aber immerhin.

Ausserdem hoere ich jetzt demnaechst noch, wie es genau weitergeht. Ich lass es euch wissen.
Also, ich benutze momentan den Computer vom Zentrum: das Tippen ist schon eine Qual. Die Tastatur stockt ein wenig und das Internet ist sehr langsam gegenueber zu Hause. Ausserdem muss ich mich wieder an die australische Tastatur gewoehnen. Also wenn ihr irgendwo ein y seht, wo ein z sein sollte,dann wisst ihr warum. Hoffe,dass mein Laptop bald eingerichtet ist,dann muss ich mich nicht mehr damit rumquaelen.

Na ja, soweit zum Update. Macht echt kein Spass, hiermit zu schreiben. Bald mehr.

Sonntag, 9. September 2007

Leaving on a jet plane...don't know when I'll be back again

So, heute geht's los. Die Tatsache, dass ich an meinem Abreisetag bloggen kann, lässt erkennen, dass ich entweder total verrückt bin oder doch soweit alles geschafft habe, dass ich das hier machen kann. Hmm, vielleicht beides.
Und natürlich muss ich dazu erwähnen, dass ich leider nicht sehr gut geschlafen habe. Werde schon wie meine Mutter. Allerdings konnte die schon Wochen vor irgendeiner Reise nicht schlafen. Na ja, hoffentlich klappt's im Flugzeug.

Das Wetter ist echt nicht das Beste - da müsste es mir ja eigentlich nicht schwer fallen, wieder zu fahren. Ist es aber doch leider. Schade, dass ich euch (die ihr den Blog lest, ähm und natürlich die ich kenne) nicht mitnehmen kann. Besucht mich mal, wenn ihr euch den Flug leisten könnt und antun wollt. Und wenn ihr mal das "richtige" Australien kennenlernen wollt. Schreibt mal! Und skypt mir, wenn das dann alles so funktioniert, wenn ich da bin.

Anrufen könnt ihr natürlich auch gerne, doch bitte weckt mich nicht andauernd mitten in der Nacht. Queensland ist momentan 8 Stunden voraus und in der Winterzeit 9 Std. Und das Witzige ist, dass die Verbindung zu meinem Handy auch wesentlich besser ist als nach Townsville (da sitze ich irgendwie im Funkloch). Mit der entsprechenden Vorwahl kostet der Anruf auch nur 8-9 c/min aufs Handy. Ich kann mich noch an die Zeiten erinnern, wo ein einstündiger Anruf ins amerikanische Festnetz fast 90 DM gekostet hat. Also, da kann man gegen 9 cent echt nichts sagen. Ich hoffe, dass ich aber auch dann irgendwann einen Festnetzanschluss kriege, dann wird das sogar noch billiger (1 c/min).

Gut. Es wird wohl Zeit. Denn sonst kriege ich den Rest doch nicht hin und dann "'leavt' the jet plane ohne mich" und "then I know exactly when I'll be back again". Muss ja nicht sein.

P.S. Und Leute, schreibt mal n paar Kommentare. Liest das hier überhaupt jemand??? Es soll ja Menschen geben, die sich bei Studi-VZ unter anderen Namen einloggen (weil sie zufälligerweise das Passwort von anderen Personen kennen oder gerade im Augenblick, in dem der eigentliche User zu Hause nicht aufpasst, sich an den Computer setzen) und bei sich selbst Kommentare auf der Pinnwand hinterlassen. Die sind natürlich dann herzergreifend schnulzig und der eigentliche User hätte dies natürlich ein wenig anders formuliert, aber ehrlich, muss es so weit für mich kommen?!...Es gibt sogar Menschen, die Studi-VZ gar nicht selbst einrichteten, weil sie gar nicht studiert haben, aber Leute, was soll ich sagen? Dieser Gruppenzwang heutzutage. Man muss einfach überall dabei sein. Schlimm ist das.
Auf der anderen Seite müssen solche Leute sicherlich mit mir befreundet sein, denn wer mich wirklich kennt und meinen Humor versteht und sogar mag, muss ja irgendwie -wie soll ich sagen- einzigartig sein.

Donnerstag, 6. September 2007

Shackles (Wanna Praise You)

* deutsche Übersetzung unten*

I've realized that the song by Mary Mary expresses exactly how I feel sometimes now. All of the sudden it has got a total different meaning.

Chorus:
Take the shackles off my feet so I can dance
I just wanna praise you
I just wanna praise you
You broke the chains now I can lift my hands
And I'm gonna praise you
I'm gonna praise you

1. In the corners of mind
I just can't seem to find a reason to believe
That I can break free
Cause you see I have been down for so long
Feel like the hope is gone
But as I lift my hands, I understand
That I should praise you through my circumstance

2.Everything that could go wrong
All went wrong at one time
So much pressure fell on me
I thought I was gon lose my mind
But I know you wanna see
If I will hold on through these trials
But I need you to lift this load
Cause I can't take it anymore

Bridge: Been through the fire and the rain
Bound in every kind of way
But God has broken every chain
So let me go right now

-----------------------------------------------------

Ich habe festgestellt, dass dieses Lied von Mary Mary genau das ausdrückt, wie ich mich manchmal jetzt fühle. Auf einmal bekommt eine ganz andere Bedeutung für mich.
Freie Übertragung von "Feiert Jesus 3", Hänssler-Edition, IBSN 3-7751-4411-0:

Refrain: Nimm die Fesseln von meinen Füßen ab, damit ich wieder tanzen kann. Ich will dich einfach loben. Du hast die Ketten gelöst. Nun kann ich wieder meine Hände erheben und ich werde dich loben.

1. MeinVerstand sagt mir, dass es keinen Grund gibt, an meine Befreiung zu glauben, weil ich schon so lange gebunden bin und nur noch Hoffnungslosigkeit verspüre. Aber wenn ich meine Hände erhebe, begreife ich, dass ich dich in allen meinen Lebenslagen loben soll.

2. Alles, was falsch laufen konnte, lief falsch. Es gab Zeiten, in denen ich so bedrückt war, dass ich glaubte, verrückt zu werden. Herr, ich weiß: du willst, dass ich diese schwierigen Zeiten durchstehe. Aber ich brauche dich, um diese Last zu tragen, denn ich kann nicht mehr.

Bridge: Ich ging durch Feuer und Regen und war in jeder erdenklichen Weise gebunden, doch Gott hat alle Ketten gesprengt. Also lasst mich jetzt gehen.

Dienstag, 21. August 2007

Endspurt

Es geht in den Endspurt. Langsam aber sicher muss ich mich daran gewöhnen, dass es in nur 2 1/2 Wochen los geht. 2 1/2 Wochen!!! Wie wenig Zeit. Ich kann mir das noch gar nicht richtig vorstellen. Und meine "To-Do"-Liste scheint immer noch so ellenlang. Mist! Manchmal ist das schon ein wenig überfordernd. Aber letztendlich muss ich es Schritt für Schritt angehen. Jeden Tag ein bisschen, doch bis nächste Woche will ich zumindest mit dem Packen der Kartons fertig sein. Denn ich muss ja nicht nur die Dinge einpacken, die mit nach Australien müssen sondern auch noch den Rest. So sehe ich mir alle Sachen an, die sich innerhalb der letzten 27 Jahre hier angesammelt haben. Dazu kommen noch die Sachen meiner Mutter, die mir persönlich wichtig sind und die mein Vater ansonsten vielleicht weggeben würde.
Und wie ja schon vorher mal erwähnt: Das ist wirklich nicht meine Lieblingsbeschäftigung!
Aber was sein muss, muss sein. Also den Rest dieser Woche packen und Programm für Pauls & Alinas Hochzeit vorbereiten. Und so viel wie möglich von der "to-do"-Liste abarbeiten. Danach heißt es 1 1/2 Wochen genießen, um sich zu verabschieden und sich emotional darauf vorbereiten, wegzugehen. Also diese Woche kommt sicherlich kein Post mehr auf diese Seite, aber vielleicht in den letzten 1 1/2 Wochen. Da habe ich dann vielleicht noch mal wieder Zeit.

Sonntag, 5. August 2007

Lach-und Sachgeschichten über Spinnen

Mir ist es wirklich egal, wie groß eine Spinne ist, doch muss ich zugeben, dass meine Toleranz etwas größer gegenüber den eher fauleren Spinnen geworden ist. Spinnen, die nichts Besseres zu tun haben, als in ihrem Netz rumzuhängen. Stubenhocker sozusagen. Ja, ich mag Stubenhocker-Spinnen. Sie sitzen so rum und gucken fern. Sport ist ihnen zuwider. Erkundungstouren in der großen Welt – iih bäh! So bin ich ihnen gegenüber auch eher tolerant.


Ich wurde zwar nicht gefragt, ob ich sie als Untermieter haben möchte sondern sie zogen einfach ein mit Sack und Pack, aber nun gut. Man soll ja gastfreundlich sein. Außerdem halten sie einem lästige Fliegen vom Hals. Ab und zu gucke ich dann bei den Spinnen vorbei, frage nach, ob alles ok ist, sammel das Mietgeld ein. Ihr wisst schon, was man halt mit Untermietern tut. Und da sitzen sie dann. Manchmal muss man sie mal anpusten um zu sehen, ob sie überhaupt noch leben. Man will ja nicht, dass einem irgendwann Verwesungsgeruch entgegenströmt.

Apropos, ich habe letztens gelesen, dass die Polizei bei einem Mann die Tür aufbrach, weil der Vermieter Verwesungsgeruch aus der Wohnung des Mannes bemerkte. Es stellte sich allerdings heraus, dass es sich bei dem Geruch nur um seine schmutzige Wäsche und den Käsegeruch seiner Füße handelte. Sachen gibt’s.

Nun, die meisten Spinnen leben nach dem Anpusten noch. Manche fangen sofort an zu zittern nach dem Motto „mich friert’s“ und ich bin zufrieden. Ja, du darfst bleiben.

Aktive Spinnen allerdings sind mir zuwider. Natürlich müssen Netze gebaut werden. Die spinnen sich ja nicht von allein. Doch bitte alles in Maßen. Und nicht über meinem Kopf. Jagdspinnen allerdings und Spinnen, die einfach gerne mal eine Runde joggen gehen, die haben in meinem Haus nichts zu suchen. Wenn sie dann auch noch eher dunkel sind (vielleicht kommt hier der Neid der Hellhäutigen gegenüber allen Kreaturen hindurch, die schnell braun werden), dann müssen sie raus. Vielleicht ist das ein wenig diskriminierend, aber ich muss mich ja nicht mit allem abfinden, was in meinem Hause kriecht und fliegt, oder? Außerdem ist mein Schlafzimmer tabu. Ich schlafe sozusagen gerne alleine und möchte nicht gerne geweckt werden, weder durch eine schnarchende Spinne noch durch Spinnen, die die Nacht zum Tag -und mein Schlafzimmer zum Partyzimmer verwandeln. Aber auch wenn die Spinne recht manierliche Angewohnheiten haben und nur tagsüber mal vorbeischauen, reagiere ich etwas empfindlich. Das Schlafzimmer ist schließlich doch ein eher privates Zimmer, da würde ich auch nicht bei jedem reingehen, geschweige denn mich niederlassen.

So lasst mich mal zwei Begebenheiten mit Spinnen erzählen, die sich besonders in meine Erinnerung eingebrannt haben. Von der ersten schreibe ich jetzt, die andere kommt später.

Es war an einen sonnigen Frühlings-oder Sommertag. (So genau weiß ich das nicht mehr, aber da in Deutschland ja manchmal Sommerwetter im Frühling und Frühlings-oder gar Herbstwetter im Sommer vorkommt, ist das ja auch nicht weiter erstaunlich, dass man die Jahreszeiten durcheinander bringt.)

Meine beiden Freundinnen, die ca. 3jährige Tochter meiner Freundin, mein damaliger Freund und ich sitzen bei meinem Freund in der Küche und reden. Ich sitze nichts ahnend mit der 3jährigen auf der Fensterbank, als sich plötzlich ohne Vorwarnung eine Spinne über meinem Kopf abseilt und sich auf mir nieder lässt.

Ja, die Gefahr lauert überall. Sie kommt von oben, unten, von recht, von links – man ist nirgendwo sicher. Irgendwie ist es aber noch schlimmer, wenn sie von oben kommt. Man fühlt sich dann noch hilfloser, unterlegener. Als wenn die Spinne sagen würde: „Ha, ich kann dir auf den Kopf spucken!“ Es gehört ja auch zur normalen Kampftaktik. Man verkriecht sich oben auf der Burg und lässt heißes Öl auf den Feind hinunter. Diese Geschichte habe ich mal in Spanien gehört. Man sieht, wenn man oben ist hat man mehr Chancen zu gewinnen.

Nun, diese besagte Spinne ging –obwohl eigentlich gerade Frieden herrschte -gleich in den Angriff über und stürzte sich von oben auf mich. Wie reagiert man auf so eine hinterlistigen Überraschungsangriff, wenn man gerade gemütlich an seinem Saft schlürft und nichts Böses ahnt? Überrascht – sicher. Erschreckt – natürlich. Panisch – auf alle Fälle.

Nun betrachten wir das alles mal aus einer anderen Perspektive. Stellt euch vor, ihr sitzt oder steht gemütlich in der Küche und schlürft euren Saft, als auf einmal eure Freundin wie von einer Tarantel gestochen aufspringt und ihr Glas mitsamt Inhalt in die Ecke pfeffert, wo es natürlich zerbricht (Anmerkung: Ich würde ja gerne behaupten, dass es sich um ein Ablenkungsmanöver handelte, um die Spinne zu verwirren und sich dann auf sie zu stürzen, aber das wäre gelogen. Ehrlich gesagt war es nur der pure Schreck!).

Als nächstes hüpft sie auf und nieder und schreit „Wo ist sie? Wo ist sie?“ (Die Freundin nicht die Spinne) Die Dramatik verstärkte sich noch durch den Hintergrund-Sound, der hauptsächlich aus dem erschreckten Weines eines 3jährigen Kindes bestand. In den Köpfen der Anwesenden beginnt es an zu rattern…Wo ist wer? Wenn wir gerade über die Hoffnung im Leben diskutiert hätten, wäre dies natürlich eine sehr eindrückliche Demonstration gewesen, fast theatralisch. Wo ist sie? Wo ist sie? Die Hoffnung! Wehe dem, der sie mir genommen hat!

Glücklicherweise braucht es nicht lange bis die wirkliche Tragik der Situation verstanden wurde. Suchende Augen fanden schnell den Auslöser meines Herumgefuchtel und beruhigten mich, dass sich die Spinne ergeben hatte. Und so beruhigte ich mich langsam aber sicher wieder.

Ich hörte auf zu springen, trocknete mir die Tränen, verband mir die Kriegswunde und holte mir ein neues Glas.