Tja, Mt. Isa ist schön und hart. Schön, weil ich diese Stadt echt mag. Die Leute sind einfach offen und freundlich. Und Gott hat uns so viele offene Türen geschenkt. Wir haben die Möglichkeit, jetzt regelmäßig in eine Schule zu gehen, die früher nie ein Team von Jugend mit einer Mission hineingelassen haben. Wir haben echt einen vollen Terminkalender.
Aber es gab auch schwierige Zeiten. Es macht sich definitiv bemerkbar, dass es die letzte Woche des Einsatzes ist, bevor wir alle wieder nach Townsville gehen und die letzte Woche der Jüngerschaftsschule anbricht. Dann werden all diejenigen, mit denen ich die letzten 5 Monate fast jede Minute verbracht habe, wieder nach Hause fahren.
Abschiednehmen ist immer schwer und bei Jugend mit einer Mission ist es eines der alltäglichen Dinge. Und je nachdem wie eng man mit den einzelnen befreundet war, ist der Abschiedsschmerz unterschiedlich groß.
Der kommende Abschied wird definitiv schwer für mich werden.
Die Schüler der Jüngerschaftsschle sind wie eine Familie für mich geworden und das macht es natürlich hart, sie wieder gehen zu sehen.
Mein Einsatz-Team, das am Schluss ja nur noch aus 7 Mitgliedern (mich eingeschlossen) bestand, ist mir natürlich besonders ans Herz gewachsen. Und zu wissen, dass wenn ich wieder hier nach Mt. Isa zurückkommen werde (dann für längerfristig) und manche der gleichen Dinge ohne sie machen werde, ist auch schwierig.
An einigen Tagen hatte ich damit wirklich zu kämpfen. Und eine Sache, die ich auch bemerkt habe…seit dem Tod meiner Mutter ist Abschiednehmen noch schwerer für mich geworden. Er geht mir definitiv sehr nahe.
Ich glaube, jeder kennt den Gedanken, einfach das Handtuch zu schmeißen. Ich habe diese Gedanken, wenn ich zu viel gegeben habe und zu wenig bei Gott aufgetankt habe. Manchmal ist es auch die geistliche Atmosphäre und Angriffe in einigen Orten. Und manchmal sind es einfach schwierige Zeiten, die einen im ersten Moment überfordern.
Manchmal kam mir der Gedanke in der letzen Woche: “Ich weiß nicht, ob ich damit klar kommen werde, hier ganz alleine zurückzugehen. Ich werde mein Team so sehr vermissen. Ich werde meine Freunde so sehr vermissen.“ Ich fühlte so einen Verlust, wieder Menschen gehen zu lassen, die mir so sehr ans Herz gewachsen sind und zu wissen, dass das, was wir momentan haben, nie wieder so sein wird. Und dann kam mir der Gedanke, einfach das Handtuch zu schmeißen.
Wenn irgendjeman aus dem Team frustriert ist oder deprimiert, dann haben sie meist Heimweh. Doch wenn ich an Heimat denke, dann ist die genauso mit Schmerz verbunden. Dann denke ich nur, dass sie auch nicht viel besser ist. (Ich weiß nicht, ob ich es mir in meinen Gedanken schlimmer ausmale als es eigentlich wäre. Vielleicht ist es gar nicht so schlimm, wieder nach Hause zu gehen. Aber egal, ob meine Mutter noch am Leben wäre oder nicht, ich wäre trotzdem nicht zufrieden zu Hause.)
Meistens überkommt mich dann so eine Hilflosigkeit? Wohin kann ich gehen, wo ich mich nicht überfordert fühle?
Letztendlich komme ich immer wieder zu dem Resultat, dass es nur in Gottes Gegenwart auszuhalten ist. Es veranlasst mich, Gott noch mehr zu suchen. Wenn ich überfordert bin mit der Situation, wenn kein Ort richtig zu sein scheint, dann weiß ich, bei Gott kann ich zur Ruhe kommen. Nur er gibt mir Kraft und erfüllt mich.
Die letzte Woche war schwer, weil auch die Zeit mit Gott anfangs nichts änderte. Wie mein Co-Leiter es so schön ausdrückte: „Wir geben und geben und müssen einfach auftanken. Ich hatte meine Stille Zeit heute morgen, aber es war noch nicht genug. Ich brauche noch mehr.“ Und das sagte er nach 2 Stunden Zeit mit Gott. Genauso fühlte ich mich.
Am Sonntag gingen wir dann in eine Kirche hier. Es war die gleiche Kirche, wo wir damals unser Büro für Impact World Tour hatten. Und Gott war am Wirken. Sagen wir mal so: Ich hatte noch am Abend zuvor daran gedacht, wie überwältigend die Anbetungszeit war, als ich auf einer Konferenz in England letztes Jahr war.
Und genauso war die Anbetungszeit in dieser Kirche. Vielleicht würde nicht jeder das so sehen, doch für mich war sie es.
Ich hatte so einen Frieden über meine Situation und freute mich endlich wieder auf meinen Umzug!
Wow, dies ist ein langer Blogeintrag. Ich bitte euch trotzdem, auch wenn es mir jetzt wieder wesentlich besser geht, die nächsten Wochen an uns zu denken und für uns zu beten. Am 22.2., am Geburtstag meiner Mutter, ist der letzte Tag der Jüngerschaftsschule. Die beiden Tagen danach fahren dann alle nach Hause. Und dann geht’s wahrscheinlich bald wieder zurück nach Mt. Isa. Also, viele Emotionen werden im Spiel sein, aber ich will die Perspektive nicht verlieren.
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